Sonntag, 15. April 2012

Parasit

Schau ich in's Gehrn hinein,
in ein solches einer Made,
merk' ich wohl, viel passt nicht 'rein.
Ein Mikrokosmos mehr als fade.

Wälzt sich gierig durch das Futter,
in welches sie hineingeboren,
mampft unbekümmert vom Kuchen der Mutter,
die wünscht, Sie wär davongeflogen.

Doch leider, man versteht's,
Sie ist nicht weg,
Ihr Kind indes lebt
sorglos als Made im Speck.

Kommentare:

Magda hat gesagt…

gefällt mir.
Interessant finde ich auch die Stile der verschiedenen Strophen. Hat sich das ergeben oder ist es beabsichtigt?
Sehr schön.

Simtobun hat gesagt…

Sowohl als auch. Die dritte Strophe soll sich schon von den vorherigen absetzen, insofern sie ja die Pointe bildet. Aber im Ganzen, man merkt es wahrscheinlich an allen Gedichten, entstehen die Gedichte irgendwie alle aus sich selbst heraus und in einem Schreibfluss. Ich zerbrech mir da weniger den Kopf am Metrum und Stilmittel, vielmehr an den Bildern, die ich zu projezieren versuche.