Freitag, 6. April 2012

Obstbaum

Ein Obstbaum, einst stolz
und in Blüte,
nackt bis aufs Holz,
als die Novembersonne glühte,
steht verloren in der Landschaft,
verträumt, und sammelt Kraft.

Sie vergiften ihm die Luft,
rauben ihm die Früchte,
doch im Frühling strömt sein Duft
wieder durch die Lüfte
und ließe sich uns in ihnen verlieren,
im gespendeten Schatten mit unseren Gedanken spielen.

Doch sie werden es verhindern,
ihn an der Wurzel packen,
seinen Schmerz nicht lindern,
wenn sie ihn zu Feuerholz zerhacken
und sich am Ofen labend wärmen,
ahnungslos, dass sie nächstes Jahr am Hunger sterben.

So wurd er sinnlos dahingerafft
für den kurzen Spaß am Feuer.
Der Mensch hätt's nicht gedacht,
doch der Spaß wird für ihn noch teuer,
wenn er dann nächstes Jahr erkennt,
dass man Obstbäume nicht verbrennt.

Simon Unterberg

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