Freitag, 27. April 2012

Das 3. Reich(t)

So viele Jahre der Schule später
fühl ich mich als Volksverräter,
wenn ich Guido Knopp einschalte
und es nicht mehr aushalte.

Hitler hier, Goebbels da,
war halt nicht alles wunderbar
in uns'rer furchtbar deutschen Vergangenheit,
ein Glück haben uns die Russen befreit,

die Amis dann noch entnazifiziert
und mit dem totalen Kapitalismus infiziert.
Doch geläutert sind viele noch immer nicht,
-trotz traurig, deutscher Faschistengeschicht'.

Die Nazis sind noch immer da,
als wenn da vor 60 Jahren nichts war
und so liegt jene Erkenntnis im Magen schwer-
ich schalt mal lieber auf "Wer wird Millionär?".

Montag, 16. April 2012

2061 - Eine Prognose für Europa

Zur Abwechslung an dieser Stelle mal etwas Anderes, in diesem Falle ungedichtetes. Es handelt sich hierbei um eine Klausurantwort, die ich letztes Jahr in Politikwissenschaften auch so schrieb und abgab.

Nachdem 2013 eine grundlegene Reform zur Stabilisierung der Finanzmärkte und Umschuldung der betroffenen Staaten zu einem Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland führte, dies daher, da Sarkozy 2012 die Wahl gegen den Sozialisten Hollande knapp verlor und Deutschland, noch unter Merkels Fuchtel, nicht bereit ist seine eigene Haushaltskonsolidierung zu riskieren, herrscht ersteinmal politische Eiszeit in Europa.
In der Zwischenzeit übernehmen China, Indien und Brasilien den Weltmarkt vollends, wohingegen die USA und die EU immer mehr an Bedeutung und Einfluss verlieren. Da Chinesische Investoren nach und nach eh rund 89% des Kontinents und seiner Betriebe aufgekauft haben, verkommt das Experiment "Europäische Union" mehr und mehr zur Farce. 2030 wird das komplette Vertragswerk für nichtig erklärt, die Währungsunion wieder aufgelöst und die Einzelstaaten dümpeln fortan einzeln vor sich hin. Tatsächlich gelingt es Deutschland, aufgrund seiner guten Kontakte nach Peking, eine Exportniesche für Luxusgüter zu besetzen und nun die millionenschwere neue Chinesische und Indische Mittelschicht mit Qualitätsware zu überfluten. Aufgrund dessen schafft es Deutschland als eines der wenigen Ex-EU-Länder noch halbwegs am Weltgeschehen teilzuhaben. Der immense Exportüberschuss führt zu einem dekandentem Wohlstand, der es seinerseits der nächsten Generation ermöglicht gut aufzuwachsen und eines der bis dahin besten Bildungssysteme der Welt zu genießen. Dies nur, da Deutschland nach dem Kollaps der EU beschloss (dank der 2028 gewählten Rot-Rot-Piratenkoalition) das Schulwesen grundlegend zu reformieren um der Welt zukünftig wieder die besten Fachkräfte vorauszuhaben.
Bis 2050 scheint alles gut zu gehen, doch dann passierte es! Die Amerikaner greifen in einem Akt der Verzweiflung Mexiko an, da sie sich vom Schutzzaun, den die Mexikaner errichteten um sich vor der Flut Amerikanischer Wirtschaftsflüchtlinge zu schützen, provoziert fühlten. Mexiko hat jedoch ein Bündnis mit Brasilien und der VR China, was zur völligen Eskalation führt. Als die Chinesische Volksarmee vor den Toren Washingtons steht, kein halbes Jahr nach dem D-Day an der Küste Kaliforniens, drückt die Präsidentin auf den roten Knopf und aktiviert Dr. Seltsams Weltvernichtungsbombe, die die USA noch aus den Restbeständen des Kalten Krieges über haben.

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                                            Aus........

Sonntag, 15. April 2012

Parasit

Schau ich in's Gehrn hinein,
in ein solches einer Made,
merk' ich wohl, viel passt nicht 'rein.
Ein Mikrokosmos mehr als fade.

Wälzt sich gierig durch das Futter,
in welches sie hineingeboren,
mampft unbekümmert vom Kuchen der Mutter,
die wünscht, Sie wär davongeflogen.

Doch leider, man versteht's,
Sie ist nicht weg,
Ihr Kind indes lebt
sorglos als Made im Speck.

Donnerstag, 12. April 2012

Hamsterrad

Jeder dreht in seinem Hamsterrad,
individuell gestaltet zwar,
doch die Aussichten mehr als fad-

Selbst wenn Gefahr von Draußen naht,
des Hamsters müde Blicke sind starr
und so dreht er weiter seine Runden,
selbstlos, träge und lustlos schon immer.

Auf seinem Marathon nie Glück gefunden
wird sein Kummer schlimmer und schlimmer,
Meilen auf der Stelle tretend
wird des Hamsters Herz nur stetig grimmer.

Eines Tages war es dann soweit,
Tür auf - Käfig verlassen
sah er nun der Käfige Massen
und weiß seitdem, wir sind noch nicht bereit.

Simon Unterberg

Dienstag, 10. April 2012

Neue Welt

Wenn der Hass dominiert,
die Lethargie uns regiert
und die Füße schwer am Boden kleben,
dann hat's uns verarscht, das Leben.

Schweigsam treiben wir daher,
flott und behend, doch im Kopfe leer-
und die Massen strömen hinweg,
jeder nur in sein Versteck.
Gute Mine zum bösen Spiel,
aber meckern, das könn' wir viel,
anstatt uns zu erheben-
Da haben wir's verschenkt-unser Leben.

Und der Motor der Zeit, der rollt,
alles glitzert, nichts ist Gold.
Verkauft an den Teufel unsere Seelen,
trocken ob der Erkenntnis bald uns're Kehlen,
und die Erde wird erbeben!
Und dann ist's dahin, unser Leben.

Und sitzen dann so da,
fortan die Blicke klar
gerichtet auf den Trümmerhaufen.
Davon können wir uns dann auch nichts kaufen.
Doch aus Müll Geld zu machen
ließ von jeher unser'n Ehrgeiz entfachen-
und so werden die Haufen eben,
aus altem Müll neu-konstruiertes Leben.

Montag, 9. April 2012

Revolution

Als gutes Schaf,
als eines von vielen,
ist man brav
und lässt sich scheren,
taucht man unter,
lässt sich treiben-
halt nur ein Schaf
von vielen bleiben.

Zum Tode verdammt
hinein in's von Menschenhand
geschaffene Schafott.
Doch kennt's das Schaf
groß anders wohl nicht-
Freiheitsbedarf daher überflüssig.

Wenn nun aber Eines nur
zu denken beginnt,
dann ist vorbei dir Ruh'
und die Schafe fortan Selbstbestimmt.
Was aus der Freihet heraus
sie dann entscheiden,
das zeigt die Zeit,
doch werden's wohl immer
nur Schafe bleiben.

Simon Unterberg

Freitag, 6. April 2012

Obstbaum

Ein Obstbaum, einst stolz
und in Blüte,
nackt bis aufs Holz,
als die Novembersonne glühte,
steht verloren in der Landschaft,
verträumt, und sammelt Kraft.

Sie vergiften ihm die Luft,
rauben ihm die Früchte,
doch im Frühling strömt sein Duft
wieder durch die Lüfte
und ließe sich uns in ihnen verlieren,
im gespendeten Schatten mit unseren Gedanken spielen.

Doch sie werden es verhindern,
ihn an der Wurzel packen,
seinen Schmerz nicht lindern,
wenn sie ihn zu Feuerholz zerhacken
und sich am Ofen labend wärmen,
ahnungslos, dass sie nächstes Jahr am Hunger sterben.

So wurd er sinnlos dahingerafft
für den kurzen Spaß am Feuer.
Der Mensch hätt's nicht gedacht,
doch der Spaß wird für ihn noch teuer,
wenn er dann nächstes Jahr erkennt,
dass man Obstbäume nicht verbrennt.

Simon Unterberg

Donnerstag, 5. April 2012

Ausflug

Ein Eisbär im Wüstensand,
der Blicke leer am Dünenrand,
steht deplatziert in der Weite,
sein Aufschrei verliert sich im Winde leise.

Eine bitt're Ironie die blieb,
als er kraftlos durch das Sandmeer trieb
und sich dem Schicksal müde ergab-
herniedersank in sein Wüstengrab.

Viele Jahre später dann,
als man ihn dann wiederfand,
stellt sich ernsthaft die Frage:
Wie kam ein Eisbär in solch eine Lage?

Simon Unterberg

Mittwoch, 4. April 2012

Reaktion auf Günter Grass

Es entspringen dem Günter
Gedanken wie Grass'halme,
überdies auch mancher
auf falscher Annahme.

Gedüngt von der Kindheits Lehren,
der frühen Jugend Sünde,
kann man sich schonmal verlesen
und verwirrt sein ob der vielen Gründe-

die die Weltpolitik bewegen
und uns zu Recht nun bangen lassen.
Denn siehe, Länder drohen sich wegzufegen
aufgrund des Grass' bekanntem Wahn der Rassen.

Soll man's ihm doch bitte verzeihen,
dass er die Seiten vertauscht,
ihm ein wenig Verständnis leihen,
er ist doch nur von seiner Pfeife berauscht.

Denn ganz so Unrecht hat er nicht,
will er auf deutsche Waffen verweisen.
Denn Niemand stellt UNS vor Gericht,
während unsere Waffen die ganze Welt bereisen.

Simon Unterberg