Donnerstag, 10. Mai 2012

Preis und Leistung

Wir heizen fossil
mit hohem Verschleiß.
An Profit zwar viel,
doch zu welchem Preis?

Wir trinken Gülle,
mästen Fleisch,
leisten uns Fülle,
doch zu welchem Preis?

Erdulden Blender,
die, wie man weis,
werden bloß nichts ändern,
doch zu welchem Preis?

Treiben die Niedriglohnsklaven an
und fordern von ihnen noch mehr Fleiß,
haben uns im Wachstum verrannt,
doch unter'm Strich: zu welchem Preis?

Freitag, 27. April 2012

Das 3. Reich(t)

So viele Jahre der Schule später
fühl ich mich als Volksverräter,
wenn ich Guido Knopp einschalte
und es nicht mehr aushalte.

Hitler hier, Goebbels da,
war halt nicht alles wunderbar
in uns'rer furchtbar deutschen Vergangenheit,
ein Glück haben uns die Russen befreit,

die Amis dann noch entnazifiziert
und mit dem totalen Kapitalismus infiziert.
Doch geläutert sind viele noch immer nicht,
-trotz traurig, deutscher Faschistengeschicht'.

Die Nazis sind noch immer da,
als wenn da vor 60 Jahren nichts war
und so liegt jene Erkenntnis im Magen schwer-
ich schalt mal lieber auf "Wer wird Millionär?".

Montag, 16. April 2012

2061 - Eine Prognose für Europa

Zur Abwechslung an dieser Stelle mal etwas Anderes, in diesem Falle ungedichtetes. Es handelt sich hierbei um eine Klausurantwort, die ich letztes Jahr in Politikwissenschaften auch so schrieb und abgab.

Nachdem 2013 eine grundlegene Reform zur Stabilisierung der Finanzmärkte und Umschuldung der betroffenen Staaten zu einem Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland führte, dies daher, da Sarkozy 2012 die Wahl gegen den Sozialisten Hollande knapp verlor und Deutschland, noch unter Merkels Fuchtel, nicht bereit ist seine eigene Haushaltskonsolidierung zu riskieren, herrscht ersteinmal politische Eiszeit in Europa.
In der Zwischenzeit übernehmen China, Indien und Brasilien den Weltmarkt vollends, wohingegen die USA und die EU immer mehr an Bedeutung und Einfluss verlieren. Da Chinesische Investoren nach und nach eh rund 89% des Kontinents und seiner Betriebe aufgekauft haben, verkommt das Experiment "Europäische Union" mehr und mehr zur Farce. 2030 wird das komplette Vertragswerk für nichtig erklärt, die Währungsunion wieder aufgelöst und die Einzelstaaten dümpeln fortan einzeln vor sich hin. Tatsächlich gelingt es Deutschland, aufgrund seiner guten Kontakte nach Peking, eine Exportniesche für Luxusgüter zu besetzen und nun die millionenschwere neue Chinesische und Indische Mittelschicht mit Qualitätsware zu überfluten. Aufgrund dessen schafft es Deutschland als eines der wenigen Ex-EU-Länder noch halbwegs am Weltgeschehen teilzuhaben. Der immense Exportüberschuss führt zu einem dekandentem Wohlstand, der es seinerseits der nächsten Generation ermöglicht gut aufzuwachsen und eines der bis dahin besten Bildungssysteme der Welt zu genießen. Dies nur, da Deutschland nach dem Kollaps der EU beschloss (dank der 2028 gewählten Rot-Rot-Piratenkoalition) das Schulwesen grundlegend zu reformieren um der Welt zukünftig wieder die besten Fachkräfte vorauszuhaben.
Bis 2050 scheint alles gut zu gehen, doch dann passierte es! Die Amerikaner greifen in einem Akt der Verzweiflung Mexiko an, da sie sich vom Schutzzaun, den die Mexikaner errichteten um sich vor der Flut Amerikanischer Wirtschaftsflüchtlinge zu schützen, provoziert fühlten. Mexiko hat jedoch ein Bündnis mit Brasilien und der VR China, was zur völligen Eskalation führt. Als die Chinesische Volksarmee vor den Toren Washingtons steht, kein halbes Jahr nach dem D-Day an der Küste Kaliforniens, drückt die Präsidentin auf den roten Knopf und aktiviert Dr. Seltsams Weltvernichtungsbombe, die die USA noch aus den Restbeständen des Kalten Krieges über haben.

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                                            Aus........

Sonntag, 15. April 2012

Parasit

Schau ich in's Gehrn hinein,
in ein solches einer Made,
merk' ich wohl, viel passt nicht 'rein.
Ein Mikrokosmos mehr als fade.

Wälzt sich gierig durch das Futter,
in welches sie hineingeboren,
mampft unbekümmert vom Kuchen der Mutter,
die wünscht, Sie wär davongeflogen.

Doch leider, man versteht's,
Sie ist nicht weg,
Ihr Kind indes lebt
sorglos als Made im Speck.

Donnerstag, 12. April 2012

Hamsterrad

Jeder dreht in seinem Hamsterrad,
individuell gestaltet zwar,
doch die Aussichten mehr als fad-

Selbst wenn Gefahr von Draußen naht,
des Hamsters müde Blicke sind starr
und so dreht er weiter seine Runden,
selbstlos, träge und lustlos schon immer.

Auf seinem Marathon nie Glück gefunden
wird sein Kummer schlimmer und schlimmer,
Meilen auf der Stelle tretend
wird des Hamsters Herz nur stetig grimmer.

Eines Tages war es dann soweit,
Tür auf - Käfig verlassen
sah er nun der Käfige Massen
und weiß seitdem, wir sind noch nicht bereit.

Simon Unterberg